Berufsfeuerwehrtag 2025 – Sommer bei der Jugendfeuerwehr
Es war wieder soweit: Das Highlight des Jahres stand wieder vom 02.08. auf den 03.08.2025 an – unser Berufsfeuerwehrtag. In 24 Stunden, die wir mit den Jugendlichen am Gerätehaus verbringen, wird die Gemeinschaft gestärkt, geübt und natürlich jeder Einsatz bearbeitet, der in dieser Zeit reinkommt. Hierfür wurden wieder verschiedene Szenarien vorbereitet, die mit Bravour gemeistert wurden.
Schichtbeginn war Samstagmittag um 12 Uhr. Zunächst wurden die Autos kontrolliert, die Funktionsfähigkeit der Geräte überprüft und der Schlafplatz aufgebaut. Um kurz vor eins kam dann auch schon der erste Alarm: „THL P Rettung H/T // Absturz Höhe / Person aus Tiefe // Schacht“. Eine Person war in eine Wartungsgrube gestürzt und konnte sich nicht mehr alleine nach oben retten. Trotz der beengten Platzverhältnisse konnte schnell eine Lösung gefunden und der Patient gerettet werden. Hier musste jeder mit anpacken.


S
Zurück an der Wache ging es mit dem normalen Wachalltag weiter. Lange währte der Frieden jedoch nicht: Mit dem Alarmstichwort „ABC-Gefahrstoff // Gefahrstoff // Unbekannt“ wurden die Jungs und Mädels zum Dorfplatz alarmiert. Unbekannter Rauch trat aus einer Kelleranlage aus, eine Person wurde vermisst und es gab laut Zeugen eine Explosion. Es wurde zügig ein Löschaufbau vorbereitet und der Angriffstrupp unter den Übungsatemschutzgeräten in die Kelleranlage zur Personensuche geschickt. Schnell konnte die Person gefunden werden. Jedoch war diese nicht in der Lage, die Anlage selbst zu verlassen. Mit der Unterstützung zweier weiterer Trupps und der Jugendwarte wurde der Verletzte auf eine Trage gebettet und Richtung Ausgang transportiert. Dies gestaltete sich aufgrund des Rauchs und der beengten Platzverhältnisse als schwierig. Währenddessen wurde die taktische Belüftung der Anlage vorbereitet. Schlussendlich wurde der Verletzte dem Rettungsdienst übergeben und der Keller erfolgreich gelüftet.




S
Um 15 Uhr kam die UG-ÖEL (Unterstützungsgruppe Örtlicher Einsatzleiter) des Landkreises Bamberg bei uns zu Besuch, um sich und ihre Einsatzmittel vorzustellen. Daraufhin klingelte der Alarm ein drittes Mal an diesem Tag. Das Stichwort „THL 4 // VU // mehrere PKW, Personen eingeklemmt“ ließ nichts Gutes vermuten. Zusammen mit der Jugendfeuerwehr Bischberg, dem BRK Scheßlitz und der UG-ÖEL wurden wir zu den „Schuttbergen“ der Firma Albin Schmitt Erdbau gerufen. Dort gab es einen Verkehrsunfall. Die Lage war zunächst sehr unübersichtlich: Vier Personen waren noch in den Autos und zum Teil eingeklemmt, eine Person lag unter einem Auto, und zudem gab es noch mehrere Vermisste wie den Unfallverursacher und Arbeiter auf dem Gelände. Nach Bildung verschiedener Einsatzabschnitte wurde zügig die Rettung aller Beteiligten eingeleitet. Nach nicht mal einer Stunde waren alle Personen gerettet, dem Rettungsdienst übergeben und versorgt. Eine wirklich starke Leistung, die zeigt, wie viel unsere Jugendgruppen bereits gelernt haben und wie gut sie als Team funktionieren. Mein herzlicher Dank geht hier noch einmal an die UG-ÖEL, alle Helfer, die die Maßnahmen überwacht und unterstützt haben, unseren stellvertretenden Kreisjugendwart und KBM Christoph Kurz und natürlich alle Statisten, die sich hier die Zeit genommen haben zu helfen. Zudem möchten wir uns noch einmal bei der Firma Albin Schmitt bedanken, die uns das Gelände zur Verfügung gestellt hat. Von allen ist dieser Einsatz nicht selbstverständlich und ein wichtiger Beitrag zur Ausbildung der Jugendlichen.









S
Nach diesem anstrengenden Einsatz konnten alle zunächst zur Ruhe kommen. An der Feuerwehrhalle wurde zusammen gegrillt. Im Anschluss konnte sich erst einmal ausgeruht oder etwas gespielt werden. Nachdem bereits Vermutungen aufkamen, dass vielleicht kein Einsatz mehr kommt, klingelten um kurz vor acht erneut die Alarmwecker. Gemeldet war „B1 // im Freien // Rauchentwicklung“. Nach kurzer Erkundung wurde jedoch ein normales Gartenfeuer festgestellt – kein Eingriff für die Feuerwehr nötig.
S
Noch beim Umziehen erfolgte der nächste Alarm. Mit dem Stichwort „THL First Responder // RD // First Responder“ fuhren wir auf die andere Mainseite. Hier waren zwei Radfahrer gestürzt, nachdem der vordere zusammengebrochen war. Hier konnten die Nachwuchskräfte zeigen, was sie bereits zur Ersten Hilfe gelernt hatten. Während eine Person verbunden wurde, versuchte der Rest, die zweite Person zu reanimieren. Die Biene, die sich ständig um die Einsatzkräfte bewegte, ließ wilde Spekulationen zur Unfallursache zu.


S
Nach diesem Einsatz wurde es wieder ruhig. Erst um kurz nach halb zwölf kam der nächste Alarm. Gemeldet war wieder „B1 // im Freien // Rauchentwicklung“. Der Anrufer hatte Feuerschein im Wald gesehen. Schnell stellte sich ein unangemeldetes Feuer heraus. Die Verursacher waren zum Teil geflüchtet, hatten dann aber um Hilfe gerufen. So entstand aus dem Einsatz eine Personensuche. Während eine Person schnell gefunden und aufgrund von Uneinsichtigkeit und Fluchtgefahr fixiert werden musste, waren mehrere Trupps im Wald unterwegs. Nach längerer Suche konnten schließlich alle Personen gefunden werden. Das Feuer wurde gelöscht und wir rückten wieder ein.
S
Am nächsten Morgen begann der Tag mit dem Frühstück. Im Anschluss wurden die ersten Gerätschaften geprüft und aufgeräumt. Bis die Jugendlichen mit dem Stichwort „THL 1 // VU // mit Motorrad“ erneut ihr Können zeigen durften. Ein Motocrossfahrer war im Gelände gestürzt, eingeklemmt und nicht mehr in der Lage, sich selbst zu befreien. Nach der Suche der Unfallstelle konnte die Person unter der Maschine gerettet und per Schleifkorbtrage zurück zur Straße gebracht werden.


S
Während wir weiter abbauten, klingelte der Alarmgong noch einmal. Es brannte eine Freifläche in der Nähe des Sportlerheims Viereth. Bei dem Stichwort „B2 // im Freien // Freifläche groß 100 m²“ wurden gleich alle verfügbaren Fahrzeuge besetzt. Schnell konnte das Feuer lokalisiert und abgelöscht werden.



S
Nach diesem letzten Einsatz wurde die Halle aufgeräumt, die Fahrzeuge geputzt und wieder vollständig einsatzbereit gemacht.
Insgesamt zeigte sich wieder, wie viel Spaß diese Praxisübungen machen und dass daraus extrem viel für den späteren Einsatzdienst gelernt werden kann. Erschöpft konnten gegen 12 Uhr alle die Schicht beenden und in ihre Sommerferien starten.
Ich möchte mich zum Abschluss noch einmal bei den Statisten bedanken, allen voran Dominik Landgraf, der es geschafft hat, von einer schlimmen Situation in die nächste zu rutschen, bei Simon Lang, der die Einsätze vor Ort vorbereitet hat, bei unseren zwei Maschinisten Wilda und Schmitti und natürlich bei allen weiteren Helfern.
Paul Hülswitt, Jugendwart


